background
logotype

Krötenwanderung

Krötenwanderung

Jedes Frühjahr, so um Mitte März herum- die Bodentemeraturen erreichen gerade mal knapp über 5 ' C und erste warme Regen gehen herab- regt es sich in den Laub-wäldern und Gärten, den Winterquartieren unserer heimischen Amphibienarten.

Von den 19 in Thüringen nachgewiesenen Arten kommen im Wartburgkreis 17 vor. Im Bereich der Attchenbacher und Wilhelmsthaler Teiche begeben sich hauptsächlich Erdkröten, Berg-, Teich- und Fadenmolche sowie Frösche auf Brautzug zu ihren Geburtsgewässern.
Überaus ortstreu nutzen sie Jahr für Jahr die gleichen Sommerreviere, die sich 500 bis 1.500 m von den Laichgewässern befinden können. Aber genauso ortstreu und ziel-sicher ziehen sie jedes Frühjahr auf alten Wanderwegen zu ihren Geburts- und Laich-revieren wie z.B. Feuchtbiotope und naturbelassene Gewässer. Wie sie sich dabei orientieren, ist bis heute nicht vollständig geklärt.
Als erste sind die Molche unterwegs. Bei den Erdkröten sieht man in den ersten Wo-chen der Wanderung vor allem die etwas kleineren, unverpaarten  Männchen, denen wenig später die größeren, oftmals ihren männlichen Partner huckepack tragenden Weibchen folgen. Das zahlenmäßige Verhältnis Männchen zu Weibchen liegt bei uns zwischen 3: 1 und 5:1.
Mit ihren kurzen, winterstarren Beinchen sind sie freilich keine Schnelläufer und kön-nen so leicht die Beute von vierbeinigen oder gefiederten Greifern werden. Deshalb wandern die Hochzeiter hauptsächlich in den späten Abendstunden bis Mitternacht. Aber auch in dieser Zeit droht ihnen Gefahr. Plattgewalzte Laiber auf den Straßen dokumentieren dies auf unschöne Weise. Insgesamt ist es auch nicht auszuschließen, daß einige Arten bald für immer verschwunden sind. Die Tiere selbst sind zwar ge-schützt, aber ihre Lebensräume werden mehr und mehr vernichtet. Vor allem Kleinge-wässer sind durch Zuschütten oder Entwässerung verloren gegangen oder haben in ihrer Qualität durch Eintrag von Schadstoffen stark abgenommen.
Deshalb sind tausende von Naturfreunden bemüht, Lebensräume wie Gewässer und Feuchtbiotope zu erhalten und zu schützen sowie unsere Amphibien jedes Frühjahr vor dem Straßentod zu bewahren. Dieser sachliche Naturschutz lohnt sich immer, denn Arten- und Lebensraumvielfalt bedeutet auch Lebensqualität für uns Menschen.

Bestandserfassung in Attchenbach und Wilhelmsthal (Mühlteiche) 2008 bis 2010:

Erdkröten Molche Frösche
Jahr 2008 2009 2010 2008 2009 2010 2008 2009 2010
Mühlteiche/ B 19 1.302 1.517 1.901 73 129 69 18 7 0
Attchenbach 476 587 799 24 10 32 6 24 2
gesamt 1.778 2.104 2.700 97 139 101 24 31 2

   
Quelle: Mario Weidemann

Kroeten1Kroeten2Bergmolchmaennchen_LandtrachtBergmolchmaennchen_Landtracht2

2017  Wolfsburg-Unkeroda